Wissenstransfer während der COVID-19-Pandemie an Wiener Eventlocations

25. Februar 2020. An diesem Tag erhielt ich die erste Veranstaltungsabsage eines Kunden wegen COVID-19. Es war auch der Tag, an dem die ersten Infektionsfälle in Österreich bestätigt wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir erstmals klar, dass Österreich in diesem Fall nicht eine idyllische Insel bleiben würde. Die Ausmaße, die das Ganze annehmen würde, waren noch nicht abzuschätzen.

10. März 2020. Mit Spannung erwarteten meine KollegInnen und ich die Pressekonferenz. Wir wussten, dass Einschränkungen für die Eventbranche zu erwarten waren. Trotzdem waren wir geschockt, als alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen verboten wurden. Die nächsten Tage waren pures Chaos. Bis spät in den Abend hinein saßen wir über Listen und Buchungskalender, stornierten Termine, verschoben Veranstaltungen und beruhigten KundInnen. Die Eventbranche war eine der ersten Branchen, die mit voller Wucht von der COVID-19 Pandemie getroffen wurde.

Seitdem erschienen eine Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen, die Veranstaltungen nur in stark veränderter und eingeschränkter Form ermöglichen oder – wie derzeit – komplett untersagen. Die Situation war und ist geprägt von ständiger Unsicherheit. Ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ist gefordert, um Rahmenbedingungen einzuhalten, die Durchführbarkeit von Veranstaltungen abzuschätzen und die Planungen zu adaptieren. Grund genug, in meiner Masterarbeit der Frage nachzugehen, wie in dieser Zeit, die permanente Evaluierung und Adaptierung des eigenen Wissens erfordert, der Wissenstransfer innerhalb der Eventlocations gestaltet wird.

Was ist Wissenstransfer?

Unter Wissenstransfer ist die zielgerichtete Wiederverwendung des Wissens eines Transferpartners durch (einen) andere(n) Transferpartners zu verstehen, wobei es sich bei den Transferpartnern um Individuen oder Kollektive handeln kann. Wissen kann dabei unverändert oder angepasst wiedergegeben werden oder als Input für die Generierung neuen Wissens dienen. Die Wiederverwendung setzt das Verstehen des transferierten Wissens sowie seine Anwendung durch den Empfänger voraus. Ein Wissenstransfer umfasst damit eine Lernkomponente und in der Regel auch eine Logistikkomponente.

Thiel, Wissenstransfer in komplexen Organisationen, 2002, S. 32

Die Betrachtungen von Wissenstransferprozessen in Unternehmen beschäftigen sich in der Regel mit langfristigen, strategisch implementierten Prozessen. In der derzeitigen Situation dient Wissenstransfer als ein Instrument zur Krisenbewältigung. Dabei wurde Wissenstransfer vor allem reaktiv und aus der Notwendigkeit heraus betrieben. Eine Reflexion der bisherigen Vorgehensweise bietet uns die Chance, Handlungsoptionen bewusst wahrzunehmen und ein strategisches Vorgehen zu implementieren.

Die Studie

An der durchgeführten Online Umfrage haben 50 MitarbeiterInnen von Wiener Eventlocations teilgenommen. Ich danke hier nochmals allen, die sich – trotz des zeitgleichen zweiten Lockdowns im Dezember – Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten und dabei sehr umfangreich die Kommentarfunktion genutzt haben.

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