Das Beste aus zwei Welten

 

DIGITALE KLARHEIT UND ANALOGE KREATIVITÄT

Manchmal habe ich das Gefühl mein Leben besteht aus Terminen, Aufgaben und To-do Listen. Arbeit, Studium und Familie. Arzttermine der Kinder, private Unternehmungen, unregelmäßige Arbeitszeiten, Abgabetermine und Präsenzzeiten an der FH. Für mich ist es das, was mein Leben ausmacht. Ich liebe meine unterschiedlichen Lebensbereiche mit ihren Herausforderungen, ihren Menschen und ihrer eigenen Art mich und meine Fähigkeiten herauszufordern.

Organisationschaotin

Das Problem dabei: Ich bin eine furchtbare Chaotin. So habe ich es schon das ein oder andere Mal erlebt, dass ich mich überfordert und erschlagen gefühlt habe. Ich hatte das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Ein gutes System zur Selbstorganisation war dringend notwendig.

Während meines ersten Studiums lief ich mit einem dicken Kalender umher, in dem alle Termine und to-do Listen ihren Platz fanden. Das System hat sehr gut funktioniert. Bis Kind1 auf die Welt kam. Um Kinderbetreuung und andere Termine zu koordinieren, legten mein Freund und ich uns einen geteilten digitalen Kalender zu. Von da an hatte ich zwei Kalender. Das Ergebnis: Keiner der beiden war vollständig. Also bin ich irgendwann komplett auf digital umgestiegen. In meiner Neugier habe ich immer wieder diverse Tools ausprobiert, eine Zeitlang verwendet und dann wieder verworfen.

So gut einzelne Tools funktioniert haben, ganz zufrieden war ich nicht. Gerade im Bereich Ideen sammeln, Notizen machen und to-do Listen verwalten, waren die digitalen Lösungen für mich nicht zufriedenstellend. Es dauerte eine Weile, bis ich den Grund erkannt habe. Es lag nicht an den Tools an sich, mir fehlte das Haptische, das Schreiben, das Herumkritzeln, und – wenn etwas erledigt war – das Durchstreichen.

Momentan bin ich der Meinung, ein für mich gut funktionierendes System gefunden zu haben. Vielleicht weil ich erkannt habe, das ich mich nicht zwischen digital und analog entscheiden muss, sondern durchaus beides nutzen kann. Auch nach dieser Erkenntnis hat es noch eine Weile gedauert, ein für mich perfekte System zu entwickeln. Und perfekt ist es auch nur in diesem Augenblick. Ich bin sicher, es wird sich wieder ändern und weiterentwickeln.

Meine wichtigsten Erkenntnisse:

  • Auf wenige Tools konzentrieren: Hatte ich schon analog das Problem, dass mich immer wieder neue Kalender und Notizbücher gereizt haben, so ist die Verführung der Vielzahl digitaler Tools schier unendlich. Ich probiere immer noch gern neues aus, aber fälle relativ schnell die Entscheidung ob dieses Tool sinnvoll zu integrieren ist. Und ob ich dafür vielleicht ein anderes fallen lasse.
  • Doppelgleisigkeit vermeiden: Mein Versuch, einen digitalen und einen analogen Kalender parallel zu führen, hat zumindest für mich gar nicht funktioniert. Nun versuche ich möglichst genau zu definieren, was in welchem Tool festgehalten wird.

So sieht meine Selbstorganisation derzeit aus:

  • Kalender: Als Kalender nutze ich den Google Kalender. Für mich ist es unvorstellbar wieder zu analog zurückzukehren. Mein Freund und ich haben unsere Kalender füreinander freigegeben und es ist viel einfacher unsere Termine zu koordinieren. Ebenso lassen sich andere Kalender, wie der Stundenplan der FH, integrieren.
  • To-do Listen: Ich habe immer wieder versucht to-do Listen digital zu führen. Es funktioniert für mich einfach nicht. Dieser Prozess des Listen Schreibens, neu anordnen und schlussendlich abhaken ist für mich analog einfach viel produktiver. Gesammelt sind meine Listen in meinem Bullet Journal.
  • Studienorganisation: Die Gesamtübersicht aller Aufgaben und Abgabetermine für das Studium habe ich digital in einem Trello Board gesammelt. Der große Vorteil besteht darin, dass Trello die Aufgaben sowohl in nach Fächern geordneten Listen, als auch in Kalenderansicht anzeigt (mehr darüber hier). Für kurzfristige to-do Listen verwende ich mein Notizbuch fürs Studium (ein Leuchtturm Softcover dotted – ich liebe es).
  • Trello nutze ich auch für die Ideensammlung und Planung meiner Blogbeiträge.
  • Ideen skizzieren, Brainstorming betreiben, Mindmaps erstellen – all das mache ich lieber analog, entweder im privaten Bullet Journal, oder im Notizbuch fürs Studium.
  • Für das Sammeln und Archivieren verwende ich Evernote. Hier findet alles seinen Platz, was später vielleicht noch einmal gebraucht wird. Ein System aus Sammlungen, Notizbüchern und Schlagworten erlaubt es mir, alles wiederzufinden. Handgeschriebenes wird abfotografiert oder gescannt. Von Rechnungen, Rezepten, Blogtexten bis zu Studienunterlagen findet alles hier seinen Platz.

Für das Finden, Sammeln und Ordnen digitaler Inhalte verwende ich noch einige andere Tools, die ich in einem anderen Post vorstellen werde.

Welche (analogen und digitalen) Tools verwendet ihr zur Selbstorganisation?

Randbemerkung: Inspiriert wurde dieser Beitrag von einem Blogpost meiner Studienkollegin Carina auf ihrem Blog mobyforty.

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