#coscamp19

Das #coscamp in Graz gibt es ja schon länger. Genauer gesagt so lange, wie es den Studiengang Content Strategy dort gibt. Und immer wieder wollte ich dafür nach Graz fahren. Und habe es dann nicht geschafft.

Dieses Jahr war es dann endlich soweit. Und neben mir haben es noch über 100 andere Menschen nach Graz geschafft, die sich auf dem BarCamp über Content Strategie und verwandte Themen austauschen wollten.

Meine #hashtags heute am #coscamp sind #meetingsundevents #knowledgeiscontent und #sketchnotes— Karin Köckeis (@karin_ko) 9. März 2019

Nachdem Vorstellungsrunde und Sessionplanung rasch und diszipliniert abgeschlossen waren, ging es auch schon los.

1. Session: History of Lean und Inhouse Content Strategy

Gleich in der ersten Session nutze ich es aus, dass es in BarCamp möglich ist die Räume zu wechseln ohne unhöflich zu wirken.

2. Session: What’s in your pocket?

Die spannende Frage “What’s in your pocket?” lockte mich in die zweite Session. Hier ging es um die Frage, welche Technik, Gadgets und Apps in unserer tagtäglichen Content Produktion Verwendung finden.

In der überaus anregenden dritten Session, ging es um agiles Content Marketing.

Session 3: Agiles Content Marketing

In der vierten Session wechselte ich wieder zwischendurch die Räume 😉

Session 4: Use cos to bring change in your organisation & BarCamps

Und mit Session Nr. 5 war das #coscamp dann auch schon wieder zu Ende.

Session 5: Designs for participation

Nach einem gemütlichen gemeinsamen Bier ging es dann auch schon wieder ab nach Wien. Ein großes Danke an die OrganisatorInnen, die darüber hinaus auch noch eine Dokumentation bereitgestellt haben.

Was bleibt, wenn die Veranstaltung vorbei ist?

Der Umgang mit Wissen in der Dokumentation partizipativer Veranstaltungsformate

In der aktuellen Veranstaltungslandschaft lösen partizipative Veranstaltungsformate immer öfter die klassische Konferenz ab. Ausgehend vom Format des Open-Space haben sich in den letzten Jahren weitere Formate wie das BarCamp oder Unkonferenzen, die verschiedene Formate nebeneinander verwenden, verbreitet. Während bei klassischen Vorträgen der Wissensfluss hauptsächlich in eine Richtung (vom Vortragenden zu den Teilnehmenden) erfolgt, sind diese Formate von einem stark vernetztem Wissensaustausch der Teilnehmenden untereinander geprägt. Programm und konkreter Inhalt der Veranstaltung werden (zumindest in Teilen) nicht im Vorfeld definiert sondern von den Teilnehmenden gemeinsam gestaltet.

Veranstaltungen die mit partizipativen Formaten arbeiten, haben oft auch den Anspruch, sich der Öffentlichkeit stärker zu öffnen und versuchen die erarbeiteten Inhalte mittels der Möglichkeiten des web 2.0 nach außen zu tragen. 

Bei klassischen Vorträgen dienen oft die Präsentationsfolien als Dokumentationsmittel. Bei partizipativen Veranstaltungen erfolgt die Dokumentation des Wissensaustauschs nicht nur vom Veranstalter sondern aktiv von den Teilnehmenden. Die Dokumentation verteilt sich häufig über verschiedene Medien und Plattformen – von gemeinschaftlich erstellten Protokollen, zu Graphic Recordings, Blogbeiträgen oder Twitter Feeds. Dies stellt die Veranstalter sowohl bei der Durchführung und Planung der Dokumentation wie auch bei der Archivierung vor neue Herausforderungen.

Was treibt die Veranstalter und die Teilnehmenden dazu an, das auf partizipativen Veranstaltungen generierte Wissen zu dokumentieren? Wie wird dokumentiert? Und wie steuern Veranstalter diese Dokumentation?

Diesen Fragen möchte ich in meiner Masterarbeit näher nachgehen. Dazu werden drei Veranstaltungen als Fallstudien näher betrachtet: Das GfWM Knowledge Camp, das StArtcamp Wien und die Freiräume Graz. Einerseits werde ich das vorhandene Dokumentationsmaterial analysieren, andererseits mit den Organisatoren der Veranstaltungen Leitfadeninterviews durchführen. Ziel soll es sein, aktuelle Trends bei der Dokumentation partizipativer Veranstaltungen und die Herangehensweise der Veranstalter bei der Dokumentation herauszuarbeiten.

Das Thema Wissensdokumentation von Veranstaltungen wurde bisher interessanterweise kaum betrachtet. Die bisherige Literatur widmet sich vor allem den organisatorischen und weniger den inhaltlichen Aspekten von Veranstaltungen. 2008 schrieb Vanneste sein Manifest zur Meeting Architecture (Vanneste, M. (2008). Meeting Architecture, a manifesto. Turnhout: Meeting Support Institut). Er plädiert für eine Fokussierung auf den „Meeting Content“, dem was direkt in der Veranstaltung passiert und setzt dies in engen Zusammenhang mit den Veranstaltungszielen (S. 55ff.). Diese Ziele hat er in drei Bereiche geteilt: Learning, Networking und Motivation. Vanneste versucht immer wieder herauszustreichen, dass die Erreichung der Ziele durch verschiedene Bereiche, von der Konzeptualisierung, über die Organisation bis zur Technik unterstützt werden muss. Die Wahl des Formates ist damit ein wichtiger Bestandteil in der Planung. Über die Dokumentation schreibt er leider nichts. De Groot und Van der Vijver veröffentlichten 2013 ihr Buch zu Meeting Design (De Groot, E., Van der Vijver, M. (2013). Into the Heart of Meetings. Basic Principles on Meeting Design. Leeuwarden: Mind Meeting BV). In dem Kapitel “Providers of Content“ wird die Wichtigkeit der Auswahl des Inhalts, der Inhaltgeber und der gewählten Formate klar herausgestrichen (S. 275ff.). Es wird aber nicht genauer auf die Formate eingegangen und interessanterweise findet sich auch das Thema Dokumentation nicht in ihrem Werk. Wie die Autoren in ihrem Epilog anmerken: „With the exception of events which are integral to neat marketing campaigns, most meetings do not live on beyond the final moment, when the chair wishes everyone a “Safe journey home!”” (S. 313).

Ich freue mich auf die intensive Beschäftigung mit diesem Thema in den nächsten Monaten, die sicherlich spannend und herausfordernd werden. Gerade in Zeiten, wo aber auch bei Veranstaltungen immer mehr nach dem ROI (Return on Investment) gefragt wird, sollte dieser Punkt intensiver betrachtet werden. Denn was bleibt, wenn die Veranstaltung vorbei ist?

#weindigital

Unser Weg zum fertigen Praxisprojekt

Die Hauptaufgabe dieses Semesters bestand aus der Umsetzung eines Praxisprojektes. Im Gegensatz zu den meisten anderen Projekten, die im E-Learning Bereich angesiedelt waren, ging es bei unserem Projekt um digitale Wissensaufbereitung und -vermittlung im touristischen Bereich. Wir, das waren Ines Fohringer, Nicolas Scherrer und ich.

Unser Auftraggeber war die Stadtgemeinde Schrattenthal. Die Stadtgemeinde Schrattenthal mit ihren drei Orten Obermarkersdorf, Schrattenthal und Waitzendorf liegt an der Weinviertel DAC Radroute. In Obermarkersdorf wurden im letzten Jahr 50 Weinstöcke gepflanzt. Diese sollen durch interaktive digitale Inhalte ergänzt werden, die vor Ort zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, TouristInnen und der einheimischen Bevölkerung die Besonderheitender Region und die Tradition des Weinbaus näher zu bringen. Eine zusätzliche Attraktion zum Verweilen soll geschaffen werden. Ebenso soll mit diesem Projekt das Selbstverständnis und -bewusstsein der Region gefördert werden.

Der erste Schritt war die Erstellung eines Inhaltskonzeptes, um gemeinsam mit dem Auftraggeber zu definieren, welche Inhalte in welcher Form bereitgestellt werden sollen. Wir erarbeiteten 10 Themencluster rund um das Thema Wein, die von zehn authentischen Charakteren, Personen aus der Region, auf ihre ganz persönliche Weise vorgestellt werden sollen. In kurzen Videos von ca. einer Minute erklären und erzählen sie ihren Themencluster und tragen so zu einer sehr persönlichen Schrattenthaler Geschichte des Weins bei.

10 Themenvideos – Geschichten mit Charakter

Die Aufnahme und Nachbearbeitung der Videos war für uns eine der großen Herausforderungen des Projektes, da keiner von uns über umfangreiche Erfahrungen in der Videoproduktion verfügte. Wir steckten daher viel Zeit und Aufwand in die Recherche und Planung des Videodrehs und die Organisation des geeigneten Equipments. Die 10 Inhaltsvideos wurden, gemeinsam mit einem Willkommensvideo, an einem Drehtag in Obermarkersdorf gedreht. Umfangreiche Unterstützung des Auftraggebers und großartige, bestens vorbereitete InterviewpartnerInnen machten den Drehtag zu einem vollen Erfolg. 

Parallel zur Erstellung der Inhalte wurde ein Umsetzungskonzept erarbeitet, das darstellt, wie die erstellten Inhalte (Videos) vor Ort bereitgestellt werden können. Dazu waren nicht nur technische Recherchen notwendig, sondern es wurden auch Angebote eingeholt. Dabei wurden zwei Varianten ausgearbeitet. Eine BYOD-Variante, bei der die online angebotenen Inhalte mit Hilfe des privaten Geräts (Smartphone, Tablet) abgerufen werden. Der Aufruf der online Videos erfolgt dabei über QR-Codes. Bei der Infopoint-Variante wird in Obermarkersdorf ein stationärer Bildschirm aufgestellt, über den die Videos abgerufen werden können. Teil des Umsetzungskonzeptes waren darüber hinaus Anregungen wie zusätzliche Interaktion mit den Inhalten durch eine Rätselrallye geschaffen werden können.

Umsetzung mittels Infopoint

Rechtzeitig zur Präsentation des Praxisprojektes an der FH Burgenland wurden die Inhalte auf einem eigens erstellten YouTube Kanal bereitgestellt. Im März werden die Inhalte in der Stadtgemeinde Schrattenthal präsentiert. Planungen zur Umsetzung von Vorschlägen aus unserem Umsetzungskonzept laufen. 

Grundstein für den erfolgreichen Projektabschluss war eine sehr gute Teamzusammenarbeit und eine enge Kommunikation mit dem Auftraggeber. Das Praxisprojekt #weindigital – Wege zum Wein war für uns ein sehr spannendes und durchaus herausforderndes Projekt. 


Zwitschernde Vögel, Grundelemente und neue Bildideen

Das war die erste Sketchnote Werkstatt

Letztes Wochenende war es soweit, die erste Sketchnote Werkstatt fand an der FH Burgenland statt.

Zum „Warmzeichnen“ und Kennenlernen ließen wir erst mal die Vögel zwitschern. Die Übung „Squiggle Birds“ dient einerseits dazu, ins Tun zu kommen, andererseits zeigt sie sehr schön, dass wenige reduzierte Elemente ausreichen um ein Symbol zu erkennen.

 

Der erste und längere Teil der Sketchnote Werkstatt war den Grundelementen von Sketchnotes gewidmet. Sketchnotes bestehen aus Schrift, Strukturelementen (Aufzählungszeichen, Rahmen, Pfeile, Linien), Figuren und Bildsymbolen. Zu jedem dieser Punkte hatte ich eine kleine Einführung und ein paar Übungen vorbereitet. Die Herausforderung für mich war, dies kompakt in nicht einmal zwei Stunden zusammen zu fassen. Zum Abschluss des ersten Teils erstellte jeder von uns eine Sketchnote über seine Morgenroutine oder den eigenen Lebensweg.

 

Im zweiten Teil der Sketchnote Werkstatt haben wir das Sketchnote Spiel „Picdeca“ von Ines Schaffranek ausprobiert. Darauf war ich selber schon sehr gespannt, ich hatte das Spiel schon vor einiger Zeit gekauft, aber noch keine Gelegenheit gehabt, es in der Gruppe auszuprobieren. Uns begeisterte der dicke Stapel an Symbolkarten. Zusätzlich gibt es Bildideen Karten, mithilfe derer wir neue Bildideen gestaltet haben. Zum Abschluss haben wir noch die Fragenkarten ausprobiert. Passend zu der Frage sollten drei Symbole ausgewählt werden, die wir dann in einer Zeichnung angeordnet haben. Das Ausprobieren hat viel Spaß gemacht!

 

Ich fand den Ansatz der Fragekarten sehr spannend. Die eigenen Ideen visuell auszudrücken schafft neue Möglichkeiten des Gedankensammelns, Querdenkens und Assoziationen knüpfen. Mit den Symbolkarten des Picdeca Spiels hat man ein umfangreiches Bildvokabular zur Verfügung, dass nicht geübten Zeichnern den Einstieg erleichtert aber auch Sketchnote Fans wie mir neue Anregungen liefert. Die Symbolkarten eignen sich natürlich nicht nur für die im Spiel vorhandenen Fragen, sondern kann für beliebige andere Fragestellungen verwendet werden. Ich bin von diesem kreativen Ansatz so begeistert, dass ich es gerne nächste Woche am GfWM Knowledge Camp ausprobieren möchte. Ich hoffe auf andere Neugierige (meinen Session Vorschlag findet ihr auf Xing).

Aber zurück zur Sketchnote Werkstatt. Es waren drei intensive Stunden, die mir sehr viel Spaß gemacht haben. Ich danke allen TeilnehmerInnen und hoffe, noch viele Sketchnotes von euch zu sehen!